Mittwoch, 23.05.2018 22:29 Uhr

Das Neujahrsfest der Masiren "Yennayer 2968"

Verantwortlicher Autor: Dieter Scheppeit Hamburg, 22.01.2018, 11:46 Uhr
Presse-Ressort von: Dieter Scheppeit Bericht 3719x gelesen
Ein festliches Bühnenbild für das Neujahrsfest. Auch das Hamburg-Wappen durfte nicht fehlen.
Ein festliches Bühnenbild für das Neujahrsfest. Auch das Hamburg-Wappen durfte nicht fehlen.  Bild: Dieter Scheppeit

Hamburg [ENA] Mit dem YENNAYER 2968 feierten die Masiren gemäß dem gregorianischen Kalender am 12. Januar den Übergang in das neue Jahr. Dieses geschichtsgeladene und traditionsverankerte Neujahrsfest wurde nun zum 12. Mal in Folge auch in Hamburg mit einem vielfältigen Abendprogramm zelebriert.

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit habe ich selbst schon in vielen Ländern gelebt, zudem noch über 60 Länder dieser Welt bereist. Ich kenne also sehr wohl die Rollen des „Einheimischen“ und des „Ausländers“. Lassen Sie mich daher gleich zu Beginn folgendes anmerken: „Wer im Ausland seine eigene Kultur pflegt, ohne jedoch die Kultur des neuen Heimatlandes zu missachten, sondern diese zu respektieren und sogar mit zu integrieren, der stellt eine Bereicherung dar! So denken und handeln ganz sicher auch die Menschen, über die ich heute anlässlich des Neujahrsfestes der Masiren berichten möchte.

Insgesamt war es ein liebevoll vorbereitetes Familienfest mit herzlichen Begegnungen von Generationen und Kulturen. Es trafen sich nicht nur Jung und Alt, sondern auch Menschen aus vielen Ländern mit unterschiedlichen Kulturen, die an diesem Abend eine große Gemeinsamkeit hatten. Sie alle feierten das YENNAYER 2968! Araber, Afrikaner, Deutsche, Franzosen, Italiener, Iraner, Iren, Türken, Spanier, Kubaner und Masiren.

Handgefertigte Kunstgegenstände aus der Kabylei, dem Land der Berge

Alle Gäste wurden mit einem vielfältigen und sorgsam vorbereiteten Abendprogramm begeistert, bei dem es an nichts fehlte. Neben hochinteressanten Informationen zur Kultur, Sprache und Schrift („Tifinar“ die etwa 2700 Jahre alte, eigene Schrift der Berber) gab es Vorlesungen, Diashows, Bilder-, Schmuck-, Keramik und Textilausstellungen. Internationale Musiker sorgten mit stimmungsvoller Livemusik und Folklore für beste Unterhaltung. Ein perfekt ausgestatteter DJ sorgte auch in den Pausen der Livemusiker für eine pausenlose Unterhaltung. Das von vielen fleißigen Händen vorbereitete Buffet mit typischen Speisen aus der Heimatregion der Masiren rundete diesen gelungenen Abend in gekonnter und appetitanregender Weise ab.

Hamou Bouchebbah und Ferhat Bouhaddi mit feinster folkloristischer Darbietung
Begrüßungen und Vorlesungen v.l. Hamou, Dalila und Sayd
Jung und Alt, Familien und Freunde treffen sich auf der Tanzfläche

Die Gastgeber und Ausrichter dieser warmherzigen, eindrucksvollen und kulturell vielseitigen Veranstaltung, die „Hamburger Masiren“ laden auch in Zukunft zu diversen Anlässen und Veranstaltungen ein, wobei jeder Mensch, unabhängig von Herkunft, Religion und Kultur, herzlich willkommen ist. Neben den wöchentlichen Stammtischen, die jeden Freitag stattfinden, ist bereits für den 20. April das nächste Highlight, das Fest „Tafsut n Imazighen“ (der Masirenfrühling) in Vorbereitung.

Mein Résumé und meine Botschaft an jede Leserin und jeden Leser: Wir leben aktuell in sehr spannenden, zu manchen Themen sogar hochsensiblen Zeiten. Überall auf der Welt, also auch in Deutschland begegnen sich die unterschiedlichsten Kulturen. Nicht selten findet dazu eine negative Vorverurteilung und vorschnelle Meinungsbildung statt. Mit Offenheit und Toleranz aufeinander zugehen, sich kennen und verstehen lernen, miteinander zu kommunizieren und auch mal die Sichtweise des anderen zu betrachten - anders kann doch ein friedliches und freudvolles Zusammenleben nicht funktionieren. Ich habe an diesem Abend eine besondere Warmherzigkeit, eine familiäre Atmosphäre, tolle Menschen und Freude pur erleben dürfen.

Viele persönliche Gespräche an diesem Abend haben mir folgendes aufgezeigt: Täglich pflegen diese Menschen in ihren Familien die Kultur ihres Herkunftslandes und zugleich haben sie auch die Kultur ihrer neuen Heimat angenommen und zu 100% mit in ihr Leben integriert. Die „Hamburger Masiren“ sind ganz sicher eine Bereicherung für das kulturelle Leben in Hamburg und somit in Deutschland.

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