Donnerstag, 12.12.2019 23:41 Uhr

Die Forderungen waren laut!

Verantwortlicher Autor: Dieter Scheppeit Hamburg, 04.02.2019, 15:20 Uhr
Presse-Ressort von: Dieter Scheppeit Bericht 7095x gelesen
Bunte Botschaften auf Pappe
Bunte Botschaften auf Pappe  Bild: Dieter Scheppeit

Hamburg [ENA] Lösungsideen gab es keine! Weniger als 500 Schüler*Innen folgten dem Aufruf der Organisatoren zur „Fridays for Future“ Kundgebung in Hamburg. Der Freitag für die Zukunft hat sich mittlerweile zu einem bundesweiten Trend Event für schulpflichtige Menschen entwickelt.

Zu dieser Veranstaltung wurde sehr rechtzeitig über viele Netzwerke in den Schulen, aber auch via Internet in den sozialen Netzwerken wie. z. B. Facebook, diversen WhatsApp-Gruppen u.v.a.m. aufgerufen. Die geringe Anzahl der positiven Umwelt-Aktivisten ist ganz sicher auch auf den Winterferientag in Hamburg zurückzuführen. Es konnte eben nicht „für eine gute Sache“ die Schule geschwänzt werden. Und den geliebten Ferientag dafür zu schwänzen, das war dann vielen Schüler*Innen doch zu viel! Diese Folgerung schließe ich allein aus der Tatsache heraus, dass z. B. in der, zu Hamburg vergleichbaren Kleinstadt Münster am gleichen Tag rund 2.000 Schüler*Innen dem Fridays-for-Future-Aufruf folgten. Dort waren eben keine Schulferien.

So sangen, tanzten, hüpften und schrien also zirka 450 junge Menschen sehr positiv engagiert für einen schnelleren Kohleausstieg, für mehr Umwelt- und Klimaschutz. Ein Vorsprecher gab per Megaphone den Ruf vor und die Gruppe skandierte Sätze wie: "Kohlekonzerne baggern in der Ferne, zerstören unsere Umwelt - nur für einen Batzen Geld!“ oder "Power to the people, the people got the power!"

Ein tolles Motto für jeden Menschen!
Humorvoll und hoffentlich nicht ernst gemeint!
Wo bleibt da die Eigenverantwortung?

Mit viel Phantasie, Handarbeit und wohl dem eigenen Gedankengut entspringend wurden selbst gefertigte Schilder wie: „Rettet die Erde, es ist der einzige Planet mit Bier!“, „Let´s fuck each other instead of our Planet!“, „Oma, was ist ein Schneemann?“, „Sei ein Held, schütz die Welt!“ oder " Abi kann warten, das Klima nicht!" Auch wurde die Verantwortung mit Schildern wie „Unsere Zukunft liegt in Euren Händen“ fein delegiert.

Umweltschutz mit Plastikbechern?

Interessierte Zuschauer am Rande konnten mit ansehen, wie von einigen Organisatoren Getränke in Plastikbechern ausgegeben wurden, oder der „Coffee-to-go“ ebenfalls massenweise aus Plastikbechern konsumiert wurde. Ist nicht der Plastikmüll eines der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit? Bei vielen Teilnehmenden durfte auch die Pausenzigarette am Rande nicht fehlen, wobei die Kippen oftmals achtlos auf dem Rathausplatz landeten und dort ausgetreten wurden. Passen all diese sehr auffälligen Nebenerscheinungen zu einer Veranstaltung, in der es um Umwelt- und Klimaschutz geht? Zu einer Veranstaltung, in der berechtigterweise zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit der Umwelt aufgerufen wird?

Mein Fazit zu dieser Veranstaltung, die ganz bestimmt von tollen, fröhlichen, engagierten jungen Menschen gestaltet wurde: Umweltschutz fängt bei jeden von uns und schon vor unserer eigenen Haustür an. Ein bisschen hoppeln und schreien reicht bei weitem nicht aus, um die Natur zu bewahren. Ich kann mich nicht für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen und dabei meine eigene Umwelt mit Füßen treten. Es ist nicht wahr, dass, wie auf einem Schild geschrieben stand, „Unsere Zukunft in Euren Händen liegt“, sondern wahr ist, dass unsere Zukunft in unseren Händen liegt!

Der Basisgedanke, einen Wochentag für die Erinnerung für mehr Umweltschutz zu nutzen, ist ein guter Gedanke, aber auch weiß ich aus eigener Lebenserfahrung, dass „School for Future“ ebenfalls ein wahrhaftiges Motto ist. So nehmt doch den „Sunday for Future“ und lebt das, wofür Ihr Euch einsetzt, nämlich den Umwelt- und Klimaschutz, nicht nur freitags oder sonntags, sondern tagtäglich bis aufs kleinste Detail vor. Erst dann werden solche Veranstaltungen und vor allem auch die Organisatoren und Veranstaltungsteilnehmer wirklich glaubwürdig.

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